Samstag, 5. Dezember 2009

Schenke Deine Stille

Seit ich mich auf die Stille eingelassen habe, geschieht etwas in meiner Biografie. Meine eigene Entwicklung wird einerseits beschleunigt und andererseits ist meine Entwicklung an ihr Ende gekommen – was immer auch der Anfang ist. Stille öffnet das Portal zu dem, was Menschen in verschiedensten Sprachen gebrauchen und das doch immer das Eine meint: Gott. Gott ist zugleich der bewegungslose, ruhende, horizontale Daseinsgrund des Himmels und der Erde und ebenso der dynamische, drängende, vertikale Urtrieb des Lebens. Beides überkreuzt sich. Und da wo Horizontale und Vertikale sich kreuzen, da bin ich Mensch.

Ich mag Shopping, ich mag Geld ausgeben und ich mag Luxus. Ich kann sehr gut auf alle Einschränkungen meiner Lebensqualität verzichten – darum lebe ich auch vegetarisch.
Das Quälen von Tieren ist eine massive Einschränkung meiner Lebensqualität. Meine Lebensqualität endet nicht an meiner äusseren Haut – sie endet im Unendlichen.

Ich mag Shopping - auch weil ich Menschen mag. Geld ausgeben bedeutet, Menschen Geld zu geben. Ich mag auch Weihnachtsmärkte.
Ich habe mir abgewöhnt den lauten & grellen Konsum mit negativem Blick zu sehen.
Ich sehe Konsum grundsätzlich positiv. Ich denke zum Beispiel, dass eine Frau niemals genug Schuhe und nie zu viele Kleider haben kann. „Wenn es keinen Konsum gibt, geht gar nichts mehr.“ (Jil Sander).
Stille
Ich will, dass Konsum immer besser wird. Ethischer, gesünder, grüner. Darum steh ich auf KarmaKonsum.

Synchron dazu, nehme ich eine Haltung ein, die ihren Schwerpunkt nicht im Lärm, nicht im Konsum und nicht in der Dynamik hat. Meine Heimat ist die Ewigkeit. Dort ist mehr als keine Geräusche. Jenseits der Geräuschlosigkeit ist Stille.

Alles ereignet sich in dieser Stille. Vom ersten Urknall bis zum Weihnachtsmarkt geschah alles in dieser Stille und von dieser Stille bin ich nie getrennt. Sie ist das Herz Gottes. Das Herz Gottes ist so groß, dass alles darin Platz hat. Die Stille ist so still, dass sie alle Geräusche annehmen kann – und doch nie von ihnen verschlungen wird.

Für mich selber begann erst durch das Leben in der Stille das wirkliches Leben.
stille
Wirklich zu leben, das bedeutet für mich nicht, durch die Welt der Erscheinungen hindurch zur Stille zu gelangen, sondern die Welt der Erscheinungen aus der Stille heraus zu erfahren und zu gestalten.

Das Weihnachtswunder besteht darin, dass die Stille selbst erscheint und eine nie dagewesenen Dynamik entfaltet. Stille Nacht. Heilige Nacht.

Friedliche Stille & dynamisches Drängen. Beide Prinzipien sind immer in Dir. Genau jetzt. Schau mal hin: Du kannst Ruhe in Dir spüren. Du kannst Dynamik in Dir fühlen. Im selben Moment. Umarme beides. Umarmen heisst lieben.

Wachstum und Konsum können gut sein. Schlecht ist das Übermaß.

Unsere westliche Welt ist einseitig geworden. Unserer westliche Welt wird vom lauten & grellen & gierigen Wachstumsprinzip beherrscht. Bewusstes & kultiviertes Wachstum ist gesund – unbewusstes & unmäßiges Wachstum ist krank.

Um das Gesunde zu stärken, lade ich Dich und Euch ein. Zu einer öffentlichen Meditation auf einem Weihnachtsmarkt. Meditation auf einem Weihnachtsmarkt stärkt die Kräfte der Stille. In Dir. Im Ort. In der Zeit. In den Menschen, die sich davon berühren lassen. Wir schenken Stille.

Wir zeigen: Alles was wir tun müssen, um unsere Sehnsucht nach Frieden & innerer Ruhe und heiliger Nacht zu stillen, ist einfach.....still sein.

Wir sind nicht gegen Konsum & Wachstum und nicht dagegen, dass Menschen Geld ausgeben und Geld annehmen.

Wir stärken in unserer öffentlichen Meditation nur die andere Seite der Wirklichkeit. Die Seite, die krank geworden und doch die Quelle jeder Gesundheit ist. Wir stärken die Stille. Einfach, in dem wir würdige Repräsentanten dieser Stille sind. In der öffentlichen Meditation.

Unter dem Leitsatz „STILLE NACHT“, treffen wir uns in Gelsenkirchen am Weihnachtsmarkt am Elisabethplatz, zu einer öffentlichen Meditation.

Nenne es
Public Silence, nenne es Guerilla Meditation, nenne es ÖKOMED.
Es ist Still-Sein, dort wo es zu laut wird.

Am Samstag den 12. Dezember. In Gelsenkirchen. Am Elisabethplatz. Vor der Bühne. 15.00 Uhr Treffen und Intro. 15.30 Uhr Start zur Stille!

Schenke, was die Sehnsucht stillt.
Schenke Deine Stille.
STILLE
Diese Veranstaltung wird unterstützt von Stiftung Mercator, Ruhr2010, Consol Theater

1 Kommentar:

erwischt... hat gesagt…

hab mir gestern schuhe gekauft...gottseidank im angebot...es lebe der karma konsum...
aus der stille...
herzlich
anka