Freitag, 7. November 2008

Eskalation der Liebe am 9. November 2008

Am Sonntag, den 9. November 2008, jährt sich zum siebzigsten Mal der Tag, an dem der Hass eskalierte. Nicht irgendwo, sondern in Deutschland. In meinem Vaterland wurde in der Nacht vom 9. auf den 10 November 1938 die Zerstörung von Leben, Gesundheit, Eigentum und Einrichtungen der Juden organisiert und durchgeführt. „Diese Nacht war das offizielle Signal zum größten und schlimmsten Völkermord in der Geschichte der Menschheit.“ (Paul Spiegel)

Es war das Fanal zu der Menschheitstragödie, die eine einzigartige Wunde in mein Herz gerissen hat. Mein Gewissen fordert mich auf, an diesem Tag eine öffentliche Meditation in Berlin zu organisieren. Nicht mein schlechtes Gewissen. Nicht mein gutes Gewissen. Das Gewissen, welches jedes meiner Gedanken, Worte, Gefühle und Taten von einer kosmischen und gleichzeitig intimsten Perspektive spiegelt und beurteilt. Eine ÖKOMED anlässlich der Reichspogromnacht ist meine persönliche Antwort auf diese Forderung des Gewissens – und ich verbinde sie mit der Einladung an Dich.

Meine Einladung geht an alle, die bereit sind, der Eskalation des Hasses die Eskalation der Liebe entgegenzusetzen. Meine Einladung geht an alle, für die der 9. November für immer mit der Reichspogromnacht verbunden bleibt – trotz der Freude, die dieser Tag 1989 für Deutschland brachte. Meine

Einladung geht an die, die bereit sind, an diesem Tag in Demut und tiefster Innerlichkeit an dem Ort in Berlin öffentlich zu meditieren, der zentral an den Holocaust erinnert.

Meine Einladung geht an alle, die bereit sind, die Liebe in Stille und Hingabe eskalieren zu lassen und meine Einladung geht an alle – und das sei ausdrücklichst hervorgehoben –, die nicht nur die quälende Vergangenheit der Juden in Deutschland im Herzen tragen, sondern deren Herz auch für das Israel der Gegenwart schlägt – in Solidarität.

Meine Einladung geht an alle, die an diesem Sonntag nicht ausschlafen, sondern sich einsetzen wollen. In hingebungsvoller, eskalierender Liebe. Eine Liebe, die auch den Schmerz des 9. November 1938 umfasst.

Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin ist ein Ort, der uns einlädt einen ganz persönlichen, meditativen Weg zu diesem Ereignis zu finden - unsere Gemeinschaft kann das eine Herz der Meditation höher und kräftiger schlagen lassen . Nach der ÖKOMED am Reichstag, wieder eine Veranstaltung, die unsere ganzen Herz fordert:

Augen zu. Mund zu. Herz auf.

Meditiere immer so, als ginge es um alles. Denn genau darum geht es.

Gemeinsamer Treffpunkt zur ÖKOMED ist Sonntag, der 9. November 2008, um 10:00 am Holocaust Mahnmal in Berlin. An der Cora-Berliner-Straße – das ist die Seite des Mahnmals, an der sich die Geschäfte befinden. Um 10 Uhr besprechen wir gemeinsam das Setting der Meditation, die um 10:15 beginnt und so lange dauert, wie jeder Teilnehmer das für angemessen hält. Ich bitte Euch diesmal ganz besonders um ein würdiges Erscheinungsbild.

Für die eskalierende Liebe, die den Hass von innen heraus überwindet. Shalom.

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